Eventfotografie in Hamburg: Wie arbeitet ein professioneller Eventfotograf?

Kay Winter

Ein professioneller Eventfotograf verbindet handwerkliches Können, Struktur, Feingefühl und Zielorientierung, um die Stimmung einer Veranstaltung einzufangen und gleichzeitig die Wünsche seiner Kunden zu erfüllen – egal, ob es sich um ein Business-Event in Hamburg oder ein Corporate-Event in Österreich handelt. Meine fotografische Arbeit – und die meiner Kolleg:innen – lässt sich in drei zentrale Phasen unterteilen: Vorbereitung, Durchführung des Event-Shootings und Nachbearbeitung des Fotomaterials.

Kurz vor einem Business-Event-Shooting – gleicht geht es los. Foto: Kay Winter / WINTERPOL

Die drei Phasen eines Event-Shootings


1. Vorbereitung und Planung eines Event-Shootings


Briefing: Vor dem Event bespricht der professionelle Eventfotograf mit dem Kunden die Ziele der Veranstaltung, die wichtigsten Programmpunkte, relevante Personen (z. B. VIPs) und die gewünschte Bildsprache. Auch die benötigten Bildformate, etwa für Print (hochauflösende Dateien), Websites (meistens Querformate) oder Social Media (meistens Hochformate), werden festgelegt.


Location-Check: Wenn möglich, besucht der Fotograf den Veranstaltungsort im Vorfeld, um Lichtverhältnisse und mögliche Blickwinkel zu prüfen. Einige Locations lassen sich mittlerweile aber auch gut online checken.


Equipment-Check: Hochwertige Kameras, lichtstarke Objektive, Blitzgeräte und Ersatzmaterialien gehören zur Standardausrüstung eines Eventfotografen, um auf alle Event-Situationen vorbereitet zu sein. Ich persönlich schwöre auf Nikon-Z-Kameras und -Objektive.


2. Während der Veranstaltung


Diskretion & Respekt: Ein Eventfotograf arbeitet meistens unauffällig im Hintergrund, um spontane Momente und echte Emotionen – sogenannte „Candid Moments“ oder kurz „Candids“ – einzufangen, ohne den Ablauf zu stören. Und ohne sich den Gästen oder Rednern unangenehm aufzudrängen: Ich persönlich respektiere es selbstverständlich, wenn Menschen nicht fotografiert werden wollen!


Vielseitigkeit: Der Job eines Eventfotografen ist es, die „ganze Geschichte“ zu erzählen – schließlich bezahlen seine Kunden viel Geld für ihre Veranstaltung. Er (oder sie) wechselt also flexibel zwischen weiten, einleitenden Aufnahmen, Porträts der Akteure und Gäste, spannenden Aktionsfotos und Detailaufnahmen von Dekoration, Essen und Branding. Bei den meisten Events bin ich gleichzeitig Reportagefotograf, Actionfotograf, Porträtfotograf und Still-Life-Fotograf in einer Person und habe zum Glück viel Erfahrung in diesen fotografischen Genres. 


Technisches Know-how: Kameraeinstellungen wie Blende, ISO oder Verschlusszeit müssen schnell an wechselnde Lichtbedingungen angepasst werden – und trotz aller Technik, Automatik und Objekterkennungs-Autofokus: Oft bringt nur Erfahrung die besten Ergebnisse. Ein guter Fotograf kennt daher seine Kamera in- und auswendig und stellt die meisten Parameter manuell ein.


Interaktion: Für Gruppenfotos oder besondere Motive führt der Fotograf die Gäste freundlich und respektvoll zusammen, ohne sich aufzudrängen. Ein kleiner Tipp für Fotografen: Bei Gruppenfotos vorsichtshalber öfter auslösen – irgendjemand immer die Augen geschlossen. Und für die „Models“: Nur wenn Sie das Kameraobjektiv sehen können, sind Sie auch auf dem Foto zu sehen – also bitte nicht hinter anderen Personen verstecken ;-)


3. Nachbearbeitung und Lieferung der Eventfotos


Auswahl: Nach dem Event sichtet der Fotograf das Material und sortiert technisch oder ästhetisch ungeeignete Aufnahmen aus. Bei einem Tages-Event können das je nach Fotograf:in, Art der Veranstaltung und Zahl der Anwesenden mehrere hundert oder gar tausende Foto sein – aus denen er/sie dann in der Regel eine reduzierte Auswahl erstellt.


Bildbearbeitung: Die ausgewählten Fotos werden in Lightroom und Photoshop optimiert – Helligkeit, Kontrast, Farbe und Bildausschnitt werden perfektioniert. Für mich ist dieser Teil der Arbeit fast so wichtig wie die Fotografie selbst und durchaus ein künstlerischer Prozess. Alle Fotos werden grundsätzlich im professionellen RAW- bzw. Rohdatenformat aufgenommen und bieten gegenüber normalen JPGs einen erweiterten Bearbeitungsspielraum.


Lieferung: Die fertigen Bilder werden in hoher Qualität und oft zusätzlich als weboptimierte Version über sichere Datentransfer-Tools an den Kunden übergeben, in der Regel geschieht das 1–3 Tage nach dem Event. Eine kleine Auswahl liefere ich oft bereits am nächsten Morgen. Wenn Sie Ihre Fotos noch während des Events bekommen wollen, sozusagen „in Echtzeit“, ist es sinnvoll, einen „Digital Operator“ hinzu zu buchen, der sich vor Ort um die Entwicklung der Fotos kümmert, während der Fotograf weiter fotografiert.

Ein Redner hält einen Vortrag, durch ein Regal fotografiert.

Must have – aber bitte mit fotografischer Idee

Redner und Rednerinnen stehen bei Vorträgen oft nacheinander auf derselben Bühne. Damit nicht ein Haufen ähnlicher Fotos entstehen, muss der Eventfotograf kreative Blickwinkel finden. Ich bin immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Perspektiven – oder wie hier, nach natürlichen Rahmen oder Spiegelungen, die aus einem normalen Foto ein gutes Foto machen.

Besucher einer Messe im Gespräch

Nice to have – „Candid Moments“ in den Pausen

Gerade am Rande eines Events findet man als aufmerksamer Fotograf Motive, die den Austausch der Gäste untereinander und damit die Atmosphäre der Veranstaltung dokumentieren. Das Wichtigste, so einfach es klingt: Wach sein, in Bewegung bleiben, Situationen antizipieren und im richtigen Moment auslösen.

Was einen Profofitografen auszeichnet


Da gibt es ein paar Dinge, die ich – auch durch meine Zeit als Werber und Grafikdesigner – absolut verinnerlicht habe: Es geht nicht um mich als Fotografen und auch nicht vorrangig um „schöne“ Fotos. Es geht in erster Linie darum, die Marke oder die Produkte meines Kunden ins richtige Licht zu setzen. Wie gesagt: Die Organisation und Durchführung einer Veranstaltung kostet viel Geld – für die Location, die Redner:innen und Moderator:innen, das Catering, das Servicepersonal, die Technik, den Djay und letztlich auch für das Video- und/oder Fotografenteam. Meine Arbeit muss daher das Geschehen auf den Punkt abbilden. Wenn dabei schöne Fotos mit künstlerischem Anspruch entstehen – umso besser. Zusammengefasst:


Imagepflege der Kunden: Ein professioneller Eventfotograf bemüht sich immer, das Unternehmen und das Event seiner Kunden ins richtige Licht zu setzen. Und nicht, schöne Fotos zum Selbstzweck zu schießen. Hier gibt es trotzdem schöne Fotos!


Marketingbewusstsein: Ein guter Fotograf liefert abwechslungsreichen Content, der gezielt für PR, Social Media und Werbung nutzbar ist.


Flexibilität: Spontane Programmänderungen und Wünsche werden souverän aufgefangen, wann immer es möglich ist.


Verlässlichkeit: Eigentlich selbstverständlich – Pünktlichkeit, Freundlichkeit und Verlässlichkeit schaffen beim Kunden Vertrauen und sind die Grundlage jedes erfolgreichen Event-Shootings.

Fotograf Kay Winter bei der Arbeit – always on
Eventfotografie aus Hamburg – Symbolbild für Anfragen: Eine junge Frau legt Programmhefte auf die Stühle einer Event-Location
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